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Der 1. Oktober ist vorbei, das letzte Quartal des Jahres hat begonnen
und früher oder später gehen wir auch wieder auf die Suche nach passenden Weihnachtsgeschenken.
Vergessen wir dabei nicht, uns selbst zu beschenken!
Der Bereich der Kaltgetränke bietet eine große Auswahl.
Ob Weinkelche, Bierhumpen oder Whiskeybecher. Ob groß, klein, alt oder noch älter.
Aber immer in Top-Qualität und -Zustand.
Mit diesem Anspruch habe ich übers Jahr eine handverlesene Kollektion erworben, die ich in den nächsten Wochen Schritt für Schritt hier unter Neuigkeiten anbieten werde.
Kelche / goblets
Bei Weinkelchen stellt sich im Grunde die gleiche Frage wie bei Bierhumpen:
Es gibt x Größen und y Formen, verteilt über Jahrhunderte. Wie soll man da "den Richtigen" zum angemessenen Preis finden?
Gehen wir auch wieder ein bisschen systematisch vor. Sie wollen Wein daraus trinken?
Dann ist ein Präsentationskelch mit 21 cm Höhe und 0,7 Litern Fassungsvermögen vielleicht nicht ganz der Richtige. 250 bis 350 ml Fassungsvermögen sind optimal. Und eine Höhe bis etwa 17 cm. Wobei es immer ein bisschen auf die Bauart ankommt.
Aber Kelche zwischen 13 und 16 cm Höhe liegen meist schön ausbalanciert in der Hand.
Wenn Sie nun danach zu suchen beginnen, finde Sie ganz schnell viele viktorianische Kelche, meist aus der 2. Hälfte des 19. JH. Die sehen durchaus gefällig aus, oft elegant. Aber das sind maschinengefertigte, dünne Dinger, mit oft genug noch nicht einmal 150 Gramm Gewicht bei den o.g. Größen.
Ich bevorzuge ganz klar die Kelche aus der Zeit von George III (1760-1820), mit stabiler Haptik. Sie sind nicht so leicht zu finden und kosten mehr, sind aber "the real thing".
1771 Augustin Le Sage London
Je 14 cm hoch, 300 ml Fassungsvermögen und zusammen 540 Gramm schwer.
Ich wußte beim Kauf dieses sehr seltenen und frühen Weinkelche-Paares, dass es bei einem der beiden vor über 200 Jahren ein Malheur gegeben hatte. Bei der Gravur des Wappens war wohl jemand zu stürmisch, so dass an der Stelle von innen "reinforced" wurde - mit den damaligen Mitteln.
Ursprünglich dachte ich daran, ggf. vom Silberschmied nachschleifen und neu vergolden zu lassen.
Alles Quatsch! Sie sehen die Stelle auf dem vorletzten Foto. Die fällt nur auf in einem bestimmten Blickwinkel und sieht besser aus als jede neue Vergoldung bei einem über 250 Jahre alten Weinkelch.
Und die nächste positive Überraschung kam mit der Identifikation des Wappens.
Die Kelche gehörten einst Sir John Baker, (1723-1809), the 1st Baronet of Loventor in the County of Devon.
Er war einer der führenden Mediziner seiner Zeit und Leibarzt von König George III.
Perfekte Nutzgröße.
Und der Preis ist unschlagbar. Solche Paare sind sonst kaum noch für das Doppelte zu bekommen (letztes Foto).
2350 €
Flachmänner / Taschenflaschen
Taschenflaschen gibt es zwischen 10 und 20 cm Höhe. Das sind große Unterschiede, auch beim Fassungsvermögen. Es kommt eben immer auf die Tasche an ...
Ich kaufe nur Exemplare mit abnehmbarem Becher.
Praktischer, hygienischer - und man sieht, was man trinkt.
Es erfordert ein kritisches Auge, um Flachmänner zu finden, die 100 oder 200 Jahre im Einsatz bei Jagden, Wanderungen, Kriegen und Gelagen ohne Schäden überstanden haben.
1899 Drew + Sons London
18 cm hoch, 370 Gramm schwer und 350 ml Fassungsvermögen
Ein großer und schwerer Flachmann in Top-Zustand. Keine Gravuren, keine Ausschleifungen.
Mit abnehmbarem, vergoldetem Trinkbecher.
Die Größe reicht für eine kleine Jagdgesellschaft und wäre wohl zu Zeiten von Willi Brandt und Franz Josef Strauß die perfekte Schreibtischflasche gewesen ;-)
1250 €
Kannen + Krüge
Egal, ob Sie Bier, Wein, Wasser oder Saft in silbernen Krügen auf den Tisch stellen, es ist immer eleganter als Flaschen oder Tetra-Packs. Und die Getränke bleiben schön kühl.
Wobei "Bierkanne" für uns heute vielleicht ein bisschen komisch klingt. "Bier" ist hier die Übersetzung von "Ale", einem damals dünnen, bierartigen Getränk mit wenig Alkohol, welches im 17. und 18. Jahrhundert anstatt dem oft unsauberen Wasser getrunken wurde.
Vor allem, wenn Sie aus dem Süddeutschen kommen, wird es Ihnen sinnlos erscheinen, eine Maß Bier erst in einen Literkrug aus Silber zu füllen.
Bei Pimms sieht das schon anders aus ;-)
Die Fassungsvermögen liegen zwischen 1 und 2 Litern. Die Gewichte der Krüge selbst zwischen einem halben und 1 1/2 Kilogramm. Das Gesamtgewicht kann ein Auswahlkriterium sein. Denn eine gefüllte Kanne mit 2.5 oder gar 3 kg Gesamtgewicht ist vielleicht nicht perfekt zu nutzen für Kinder oder schwächere Handgelenke.
Das ist auch ein Grund, warum ich diese Kanne aus Exeter so mag:
1731 John Elston Jun. Exeter
ca. 20 cm hoch und 653 Gramm schwer. Fassungsvermögen 1 Liter.
Ein extrem seltener und wunderbar eleganter, früher Krug aus der Provinz. Bald 300 Jahre alt!
Provinzielles Silber hat einen besonderen Charme. Es entstand weit weg von London, aus der Sicht der Londoner also auf dem Mond. Geprägt auch vom ständigen Kampf der lokalen Silberschmiede um ein eigenes Assay Office, damit nicht jedes Stück in oder zumindest von einem Inspekteur aus London gepunzt werden musste. Wer wollte den schon im Haus haben?
Diese wunderbare Antiquität wurde in Exeter gepunzt, ganz im Südwesten Englands. Eine Reise von dort oder gar Cornwall nach London ist heute noch ein Ritt. Vor 300 Jahren hat es Tage gedauert, in ständiger Gefahr vor Überfällen und verbunden mit enormen Kosten. Das Punzamt in Exeter bestand von 1701 bis 1883.
Einen guten Überblick über provinzielles Silber bitte dieses Buch:
Über den Silberschmied habe ich folgenden Eintrag im Zusammenhang mit der South Street
Baptist Church in Exeter gefunden:
... It was in 1725 that a Mr. Heath, merchant of the city, gave the land on which the present chapel stands, the church having previously worshipped in Gandy's Lane. It was also in 1725 that John Elston, Junior, a local silversmith, made for the church two silver wine cups. Of exquisite workmanship ...
Exeter had an Assay Office or Hall in those far-off days, and John Elston, Junior was registered there in 1723. John Elston, Senior, whose mark was entered in 1701 and last noted in 1728 was a very famous silversmith, renowned for much beautiful workmanship.
5950 €
Faustbecher / tumbler
Faustbecher sind auch auf dem Kontinent gerne verwendete Trinkgefäße. Man findet frühe Exemplare z.B. aus Augsburg oder Nürnberg. Allerdings i.d.R. nicht so dickwandig wie die von der Insel. Und hochpreisig.
Stabil sollten sie schon sein, wenn zum Beispiel auf einem Schiff der Rum daraus getrunken wurde. Dafür ist die Form auch perfekt, denn Wellengang oder auch leichte Schubser steckt der Becher locker weg und pendelt wieder ins Lot.
Es gibt im Wesentlichen 2 Größen, die ich mal am Gewicht festmache: Um die 60 Gramm (Durchmesser ca. 6 cm) und über 100 Gramm (Durchmesser ca. 7 cm).
Die großen tumbler sind die perfekten Whiskybecher!
Vor allem, wenn wir uns der Königsdisziplin nähern:
200 Gramm mit über 8 cm Durchmesser.
Die kommen vielleicht zu Weihnachten in den Verkauf ;-)
c. 1705 Nathaniel Lock London
5 cm hoch, 123 Gramm schwer und 120 ml Fassungsvermögen
Der Jahresbuchstabe ist nicht mehr lesbar, aber die sitzende Britannia als Zeichen für 958er Britannia Silber zeigt uns, dass der Becher aus der Zeit von 1697 - 1721 sein muss. Und Nathaniel Lock ist ein bekannter Silberschmied aus dieser Zeit für Trinkgefäße. Er hat seine Marke mit dem Schlüssel registrieren lassen am 24.1.1699. Bei Christies und Bonhams wurden mal tumbler von ihm aus der Zeit von 1702 bis 1712 versteigert. So kommt meine Schätzung für 1705 zustande.
Über 300 Jahre alt, pure Handarbeit, Top-Zustand, keine Gravuren, keine Ausschleifungen.
1295 €
Großer Tankard
1681 Peter Monger London
ca. 17 cm hoch, 902 Gramm schwer und mit einem Fassungsvermögen von fast 1,5 Litern.
Bei einem 345 Jahre alten Deckelhumpen gilt es immer ein paar Dinge zu beachten in Bezug auf den Zustand.
- Löcher, Dellen, nachträgliche Lötreparaturen? Hat dieser hier alles nicht.
- Alles Original? Griff, Deckel? Ja
- Nachträgliche Verzierungen? Nein
- Sind alle Stempel ordnungsgemäß auf Deckel und Körper – lesbar? Meister auf dem Griff? Ja
- Kann die Meistermarke zugeordnet werden? Das ist nicht selbstverständlich vor 1697! Ja
- Wurde ein Wappen oder sonstige Gravuren ausgeschliffen? Nein
- Ist das Wappen aus der Zeit oder später ergänzt worden?
Hier ist es aus der Zeit der Herstellung und auch noch wunderbar scharf.
Es gehört der Familie Bradshaigh, also den Baronets von Haigh, wohnhaft in Haigh Hall, in der Grafschaft Lancashire. Das Zertifikat enthält die Details. Haigh Hall sehen Sie auf dem vorletzten Foto.
Dieser Humpen ist ein museumswürdiges, großes Exemplar und ein Highlight jeder Sammlung.
Gleichzeitig aber „täglich“ nutzbar ;-)
7850 €
Ladies Tankard
1786 Daniel Smith + Robert Sharp London
13 cm hoch, 523 Gramm schwer und 1 pint Fassungsvermögen
Eleganter "ladies tankard" aus dem früheren Besitz eines Earls.
Die Qualität ist entsprechend, der Zustand Top! Innen vergoldet.
1950 € RESERVIERT
Pint Mug
1785 William Brockwell London
12 cm hoch, 359 Gramm schwer und 560 ml Fassungsvermögen
Vollwertiger Pint Mug in Top-Zustand.
1175 €
Ladies Mug
1803 Peter, Ann + William Bateman London
10 cm hoch, 219 Gramm und 280 ml Fassungsvermögen
795 €
1735 Robert Abercrombie London
15 cm Durchmesser und zusammen 416 Gramm schwer.
Das feinste Paar kleiner Tabletts, das ich in all den Jahren hatte. Museumswürdig!
The Arms are those of Lechmere impaling Foley. Anthony Lechmere (1674-1720) of Hanley Castle, Worcestershire married Anne Foley (b.c. 1689), daughter of Thomas Foley of Stoke Edith, Worcestershire, in 1709. Anthony was Member of Parliament for Bewdley in 1710 and Tewkesbury from 1714 to
1717. From 1717 to 1720 he was Receiver general and cashier of the customs. The Arms are those of Anne Lechmere in her widowhood.
3600 €
1854 Edward Smith Birmingham
10.5 cm x 7.5 cm x 2.5 cm und 251 Gramm schwer.
Ich denke die Bilder zeigen, warum das für mich die feinste table snuff box ist, die ich je hatte.
Schon das 23-teilige Scharnier zeigt die Qualitätsarbeit.
2950 €
1847 A+B Savory London
16 cm hoch, 797 Gramm und 1 1/4 Liter Fassungsvermögen
1950 €