Sie sind hier: INFOTHEK

Allgemeine Informationen zu Teedosen

Für Teedosen / tea caddies gibt es in so vielen Materialien und Formen, dass ich hier ein Buch schreiben müsste, um ihnen gerecht zu werden. Da es schon gute Bücher zu dem Thema gibt, verzichte ich darauf und empfehle:

   
     

  Außerdem hat Richard Gardner auf seiner Webseite eine schöne Zusammenfassung veröffentlicht:

 https://www.richardgardnerantiques.co.uk/antique-tea-caddies-an-introduction-to-tea-caddies/

Bei Teedosen sind die Grenzen zwischen Silber und Holz fließend; ich habe welche aus beiden Materialien.

Tee war sehr (!) teuer im frühen 18. Jahrhundert. Und immer noch teuer im späten. Selbst, nachdem 1784 in England die Steuer drastisch gesenkt wurde. (Natürlich nicht als Wohltat für die Bürger, sondern vor allem um den lukrativen Schmuggel zu unterbinden und das Handelsmonopol der East India Company zu schützen.) 

Es gibt verschiedene Rechenmodelle, aber man kann schon sagen, dass in der Mitte des 18. Jahrhunderts 1 Pfund Tee den Wochenlohn eines "normalen" Arbeiters gekostet hat. Also galt es, den Tee nicht nur vor dem Austrocknen zu schützen, sondern auch vor unbefugtem Zugriff. Deshalb finden Sie im Regelfall Schlösser an den frühen caddies. Teedosen ohne Schloss wurden oft in Schatullen mit Schloss aufbewahrt. Und die standen nicht im Zugriffsbereich der Bediensteten, sondern im herrschaftlichen Drawing Room. Sie wurden im Grunde ausgestellt. Das erklärt auch, warum einige solch wunderbare Kunstwerke sind.

 

Der Begriff „caddy“ stammt übrigens von einem malayischen Wort für eine Mass- und Verpackungseinheit im frühen Teehandel und wurde ab der 2. Hälfte des 18. JH benutzt. Vorher war der Begriff "tea chest" geläufig, Logisch, denn der Tee wurde ja nicht (wie später) locker in Einzeldosen auf den Tisch gestellt, sondern die Dosen wurde in chest = Kistchen gut verstaut.

Teedosen finden Sie vom Beginn des 18. Jahrhunderts an bis heute. Nachdem ich mir ein paar Hundert (nicht übertrieben) live und online näher angesehen habe, lege ich mich fest:

Mich interessieren hölzerne tea chests aus dem 18 Jahrhundert bis zum Ausklang der Regency - Periode, also etwa 1830er Jahre. Aus Silber findet man auch noch schöne und wertige im frühen viktorianischen Zeitalter

Danach findet man fast nur noch Massenware ohne Inspiration und handwerkliche Qualität. Ich sage das ohne jede Bitterkeit. Es ist absolut normal, dass in der Produktion durch Einsatz von mehr Maschinen und weniger Material ( z. B. viel dünnere Furniere als im 18. JH) eine Kostenreduktion erzielt wird. Nur so kann man breitere Käuferschichten erreichen.

Diese breiteren Käuferschichten ergaben sich dadurch, dass Tee auch für Normalbürger erschwinglich wurde im 19 Jahrhundert.

 

 Ich stehe zu meiner Dekadenz in Bezug auf schöne Antiquitäten und möchte keine „Jedermannsware“. Also bleibt am Ende nur ein kleiner Bruchteil der auf dem Markt angebotenen caddies, um den sich die ernsthaft Interessierten kloppen. Vor allem, da der Zustand und die Vollständigkeit eine entscheidende Rolle spielen. Bei Silber kann ein Profi-Silberschmied Beulen und Macken ziemlich spurlos verschwinden lassen. Beim Holz oder Porzellan schwerlich. Ich möchte auch eine ordentliche Größe und nicht die 200 Gramm-Minis, die man oft findet. So ergeben sich im Bereich der Teedosen die enormen Preisunterschiede für doch so ähnlich scheinende Stücke.

Die eine ist eben ein seltenes Original aus massivem Mahagoni von 1760 ohne Fehlteile oder „replacements“  – und die andere wurde 1910 dünn furniert und "auf Mahagoni gerötet". Weil es der Mode entsprach, hat man sogar manchmal die schönsten Hölzer gefärbt. 

   

gefärbt

 

nach der "Befreiung"


Teedosen gibt es in folgenden Variationen (sowohl Silber als auch Holz):

   

Einzeldosen

 

Paare für grünen Tee / schwarzen Tee

oder China / Indien

Kombination aus 3 Dosen oder 2 Dosen mit einer größeren Dose oder einer (Glas-) Schale,

die oft als "mixing bowl" bezeichnet wird. Das ist irreführend, denn die war für Zucker.

Der war im 18. JH fast so teuer wie Tee.

 

Bei Formen und Material sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Bei den Preisen auch nicht ...

   
     


Die frühesten caddies in Form von Holzschatullen für mehrere Kanister findet man aus der Zeit um 1730/40.
Die Stilrichtungen in den dann folgenden 100 Jahren gehen von den Bezeichnungen her ein bisschen kreuz und quer. Da spricht man von der "Chippendale Periode" (1760-1780) oder "Sheraton (teileise Hepplewhite) Periode" (1780 - 1810) und "Regency" (1810 - 1830). Oder einfach der George III - Periode von 1760 bis 1820. Wobei die Jahreszahlen immer ein leichtes ca. vorangestellt haben sollten.

Hier mal eine kleine Übersicht: 

   

Ganz frühe caddies aus den

1730er + 40er Jahren.

 Rechteckig, auf 4 Füßen.

   

Mitte des 18. Jahrhunderts

Aufwändig gewölbte Wände.

 

Einfluss von Rococo und Chippendale

   

Hepplewhite (um 1780) und

Neoklassizissmus

 

Sheraton (um 1790)

Diese Verzierungen nennt man auch

Adam-Style nach Robert Adam.

   
Regency um 1820  

Es gab Geld und (noch) Können.

Daraus enstehen Kunstwerke.

 

Zu den aktuellen Angeboten kommen Sie mit einem Klick hier:

Teedosen aus Holz

Teedosen aus Silber