"Das dreckige Dutzend"

   
     

 In anderen Kapitel habe ich ausführlich beschrieben, dass es praktisch keine "straight" Bestecke aus dem 18. Jahrhundert gibt - und nur sehr wenige erhaltene aus dem 19. Jahrhundert. Stattdessen werden die meisten alten Bestecke "assembled", also zusammengestellt aus Resten von "straight" Bestecken. Dabei werden die crests /Familienzeichen meist ausgeschliffen für eine einheitliche Optik.

Ich habe auch beschrieben, dass man so Bestecke erstklassiger Qualität zu sehr günstigen Preisen bekommen kann und diese Zusammenstellungen z.B. auch in Deutschland völlig normal sind. Hier findet man schon aus geschichtlichen Gründen praktisch keine kompletten Bestecke mehr aus dem 19. Jahrhundert oder gar früher. Im Gegensatz zu England gibt es hier auch keine so klare Punzierung mit Jahresbuchstaben, so dass es keinem auffällt, wenn etwas zusammengestellt wurde.

Ich habe Spaß gefunden an einer 3. Variante: Zusammengestellt, ja. Aber aus kompletten "straight" 12er Sätzen. Dazu nur in kompromisslos erstklassigem Zustand und meistens mit crest auf der Vorderseite - und somit oft auch einer Geschichte zur Herkunftsfamilie!

Ich nenne das die Suche nach dem "Dreckigen Dutzend". Der Film ist ein Klassiker aus den 60er Jahren. Zählen Sie mal nach auf dem Bild oben. Genau ... sind nur 11!

So ungefähr geht es Ihnen, wenn Sie ein Besteck für 12 Personen zusammenstellen wollen. Irgendwas fehlt immer! Ganz besonders, wenn es aus dem 18. JH sein soll - schon schwer genug aus der viktorianischen Zeit. Aber die Mühe lohnt - denn am Ende hat man beste handgeschmiedete Qualität mit Geschichte. Oft zu einem Preis pro Teil, zu dem man z.B. bei Robbe + Berking noch keinen maschinengestanzten Teelöffel bekommt. 

Ein "Best of Spaten".

Momentan leider "ausverkauft". Ich bastele am nächsten. Bei Interesse bitte melden.

 Hier eine kleine Auswahl der Herausforderungen:

  • Noch bis in die Mitte des 19. JH hinein waren die crest bei den Gabeln meist auf der RÜCKSEITE (aus heutiger Sicht)
  • Man findet noch am ehesten 12er sets von großen Dinner-Gabeln. Aber die Zinken von alten Gabeln sind oft schief und abgenutzt.
  • Am zweithäufigsten sind 12er sets von großen Löffeln. Aber schon seltener, weil oft irgendwann in 2 x 6 geteilt und als Servierlöffel verwendet.
  • Dessertgabeln (extrem selten) und -löffel gehörten nicht unbedingt zum Speisebesteck und wurden gerne separat (auch in anderem Design / vergoldet) gekauft. Deshalb sind einzelne 12er Sets nur schwer (und teuer) zu bekommen.
  • Ähnliches gilt für Tee- bzw. Kaffeelöffel. Teatime-Utensilien hatten wenig mit Speisebesteck zu tun.

Diese 12er-Sets habe ich momentan im Angebot:

1828   William Chawner   London

19,8 cm lang und 1056 Gramm. Alle Zinken gerade und Original-Länge! Handpoliert.

88 Gramm im Schnitt für ein schlichtes Design (Fiddle + Thread / Augsburger Faden).

Die "gute alte Zeit". Heute können Sie froh sein, 2/3 davon zu bekommen. Für mind. doppelten Preis.

Aus adligem Hause! Crest des Earl of Coventry.

A Garb Or, Lying Fesseways, Thereon A Cock Gu., Combed, Wattled, And Legged Of The First.

960 €

 

 Suppenlöffel - mit Wunschkelle oder ohne Kelle zu bekommen.

Design Fiddle / Spaten

Die Löffel:   1862   Elizabeth + John Eaton   London

22,5 cm und 933 Gramm. Design: Fiddle / Spaten. Top-Zustand. Handpoliert.

680 € (ohne Kelle)

 

Design Old English. 18. Jahrhundert!  

Seltenes 12er Set aus dem 18. Jahrhundert

1768 und 1777   Thomas + William Chawner   London

22,4 cm und 812 Gramm.
Aus der gleichen Werkstatt, 5 x 1768 (TC+WC) und 7 x 1777 (TC).

995 €

   

On A Mount Vert, A Dove Close Holding
In Its Beak An Live-Branch, All Ppr.

Das crest ist das der Familie Lendrum und

wurde im 19. JH genutzt von

 

George Cosby, Esquire, J.P.,

of Magheracross,

Ballinamallard, co. Fermanagh.