Teedosen / tea caddies / tea chests

Die unten gezeigt Teedosen dienen i.d.R. nur der Information und Anschauung. Etliche Bilder habe ich nur geliehen (Thanks, Mark!).

Die Teedosen im Verkauf finden Sie in gesonderten Rubriken unter SILBER und HOLZ, je nach Material.


Immer wieder werde ich gefragt, wie ich den Spagat zwischen Sammler und Händler schaffe. "Dass Sie die schönen Sachen einfach so wieder abgeben können!?!" ist so eine Aussage. Bei den meisten Stücken fällt mir das mittlerweile leicht. Besteck, Tabletts oder Leuchter gehörten auch nie zu meinen Kern-Sammelgebieten. Bei Teedosen und Teekannen sieht das schon anders aus.

Zugegeben: Von Teedosen kann ich mich nur schwer trennen. Die kaufe ich auch ganz egoistisch nur, wenn sie MIR gefallen und MEINEN Ansprüchen genügen. Trotzdem stehen sie zum Verkauf. Alle in Sammlerqualität und -zustand! Viele sind museumswürdig und stammen aus sehr hochwertigen Sammlungen. Solche Exemplare werden in der Literatur als Referenz genommen und finden sich in den Designbüchern von Chippendale u.a.


Wenn die jemand zu schätzen weiß, dann kann er sie gerne haben. Außerdem erlaubt auch mein Platz nur ganz wenige Stücke in meiner unmittelbaren Umgebung. Der Rest liegt leider im gut bewachten Außenlager.

Teedosen sind ein klassisches Sammelgebiet:

  • Begrenzter Zeitraum: 1700 bis etwa 1850. Danach muss man schon richtig suchen nach sammelwürdigen Stücken. Und spätestens mit der Erfindung der Teebeutel zu Beginn des 20. JH war's das dann.
  • Man kann sich die guten Stücke auch leisten, wenn man nicht Rockefeller heißt.
  • Man kann sie benutzen.
  • Man hat eine breite Auswahl an Stilen und Materialien - nicht nur Silber und Holz. Aber darauf beschränke ich mich.

Der "Ältestenrat": Seltene Teedosen - Paare aus dem ersten 1/4 des 18. Jahrhundert. Solche eckigen und oktagonalen Dosen wurden auch nur in dieser Zeit gefertigt. Viel schwerer zu schmieden als runde Formen.


Verziertes aus Rococo und Regency


Beliebt waren immer wieder mal asiatische Motive.


Im späten 18. JH dominierte die klassische Eleganz.


Da zu der Zeit die ersten vollständigen Teeservice üblich wurden, erfolgte auch die stilistische Abstimmung mit den Teekannen. Ganz rechts eine extrem frühe Kombination aus Dänemark.


Im späten 19. JH wird es dann eng mit guten caddies.


Viele (selten gute) Teedosen wurden zwischen 1890 und 1910 in Hanau produziert und nach England exportiert.


Bei den Holzschatullen versteht es sich von selbst, dass bevorzugt Edelhölzer zum Einsatz kamen. Coromandel (Ebenholz), Rosenholz (Palisander), Kingwood, Mahagoni u.a.


Einige der edelsten frühen Holzschatullen stammen übrigens aus Deutschland, von Abraham Röntgen aus Neuwied.


Ein weiteres Stilmittel waren Einlegearbeiten.


Darüber hinaus finden Sie Teedosen und -Schatullen in Schildpatt, Elfenbein, unedlen Metallen, Glas, Horn, shagreen, Papier u.s.w.


Außerdem in allen denkbaren Kombinationen.


Bei den Formen sind der Fantasie auch kaum Grenzen gesetzt:


In den Herrenhäusern wurde die tea chests mit dem teuren Inhalt oft an für Gäste gut sichtbaren Plätzen zur Schau gestellt und waren entsprechend repräsentativ gestaltet. Besonders große und repräsentative tea chests findet man im Regency, also der Zeit um 1820 herum.


Tee war bis weit ins 19. Jahrhundert hinein ein sehr teures Luxusgut. In England kostete im frühen 18. Jahrhundert ein Pfund Tee ungefähr den Wochenlohn eines "normalen" Arbeiters. Kein Wunder also, dass der Aufbewahrung von Tee große Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Es ging nicht nur darum, den Tee vor dem Austrocknen zu schützen, sondern auch vor unbefugtem Zugriff. Deshalb wurde er meist in verschließbaren Holzschatullen aufbewahrt. Innerhalb der Schatullen findet man i.d.R. 2 Einzelbehälter. Einen für Grüntee, einen für Schwarztee. Oft zusätzlich eine Schale aus Kristallglas. Diese wird gerne mixing bowl genannt, was suggeriert, dass man darin seine eigene Teemischung gemischt hat. In Wahrheit ist es eine sugar bowl. Da war der ebenso wertvolle Zucker drin.

Herausnehmbare innere Einzelbehälter waren ursprünglich aus Metall, später meist aus Holz. Die Krönung - und naturgemäß selten - sind tolle Schatullen mit Einzelbehältern aus Silber. Die Grenzen bei diesem Sammelgebiet zwischen Silber und Holz sind also fließend.


Mein Anspruch hier ist nur, Ihnen einen kurzen Überblick über das Sammelgebiet zu geben. Wer tiefer einsteigen möchte, dem empfehle ich folgende Literatur:


Antigone Clarke (Autorin Buch rechts) hat eine interessante Zusammenfassung online:

https://hygra.com/teacaddy.htm

Auch Richard Gardner hat einen interessanten Artikel zum Thema verfasst:

https://www.richardgardnerantiques.co.uk/antique-tea-caddies-an-introduction-to-tea-caddies/

Eine gute Auswahl hat immer dieser Händler:

http://www.hydeparkantiques.com/collection/tea-caddies/?page=all