Teedosen und -schatullen (tea caddies + chests)

Tee war bis weit ins 19. Jahrhundert hinein ein sehr teures Luxusgut. In England kostete im frühen 18. Jahrhundert ein Pfund Tee ungefähr den Wochenlohn eines "normalen" Arbeiters. Kein Wunder also, dass der Aufbewahrung von Tee große Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Es ging nicht nur darum, den Tee vor dem Austrocknen zu schützen, sondern auch vor unbefugtem Zugriff. Deshalb wurde er meist in verschließbaren Holzschatullen aufbewahrt. Innerhalb der Schatullen findet man i.d.R. 2 Einzelbehälter. Einen für Grüntee, einen für Schwarztee. Oft zusätzlich eine Schale aus Kristallglas. Diese wird gerne mixing bowl genannt, was suggeriert, dass man darin seine eigene Teemischung gemischt hat. In Wahrheit ist es eine sugar bowl. Da war der ebenso wertvolle Zucker drin.

Herausnehmbare innere Einzelbehälter sind meist aus Holz. Die Krönung sind tolle Schatullen mit Einzelbehältern aus Silber. 

Wobei die Schatullen nicht unbedingt aus Holz sind, sondern auch z. B. aus Schildpatt oder gar Elfenbein.

In den Herrenhäusern wurde die tea chests mit dem teuren Inhalt oft an für Gäste gut sichtbaren Plätzen zur Schau gestellt und waren entsprechend repräsentativ gestaltet.

Für alle, die tiefer in das Thema einsteigen möchten, empfehle ich diese Literatur:

Außerdem hat Richard Gardner auf seiner Webseite eine schöne Zusammenfassung veröffentlicht:

 https://www.richardgardnerantiques.co.uk/antique-tea-caddies-an-introduction-to-tea-caddies/

Nur handverlesene Exemplare stehen hier zum Verkauf. Alle in Sammlerqualität und -zustand! Viele sind museumswürdig und einige stammen aus sehr hochwertigen  Sammlungen. Solche Exemplare werden in der Literatur als Referenz genommen und finden sich in den Designbüchern von Chippendale u.a.



England um 1860   Rosewood

ca. 33 cm breit, 16 cm tief und 18 cm hoch. 

Viktorianische Rosenholzschatulle mit Messingfüßen und -griffen. Stoff innen im Deckel Original. Mit 2 herausnehmbaren Teedosen und einer Schale aus Kristallglas. 
395 €



England um 1780   Mahagoni

18,5 cm breit, 14 cm tief und 12,3 cm hoch

wunderschöne georgianische Schatulle aus Mahagoniholz mit Einlagen aus Eibe, Buchsbaumholz u.a., mit herausnehmbarer Teedose. Im typischen Stil der neoklassizistischen Phase in England, ca. 1780. Funktionierendes Schloss mit Schlüssel. 
Die Reste der üblichen Zinkverkleidung innen in der Teedose können leicht entfernt werden. Manche wollen es im Original belassen, andere für den Gebrauch säubern.
675 €



England um 1770   Mahagoni

27 cm breit, 15 cm tief und 17 cm hoch.

Nur selten findet man Teedosen in diesem tollen Zustand: Originalbelassen, aber ohne Fehlstellen. Weder im Furnier, noch an den Kanten oder der feinen Verzierung im unteren Bereich. Tolle Farbe! Mit 3 Abdeckungen für die 3 sauberen (!) Teekammern. Die Deckel werden auf den Tee gelegt. Mit Teeverbrauch wandern sie nach unten. Durch genaue Passform schließen sie gut ab und erhalten Feuchtigkeit und Aroma.

895 €



England um 1870   Nussbaum

32 cm breit, 16 cm tief und 21 cm hoch.

Außergewöhnliche viktorianische Teeschatulle mit feinen Einlegearbeiten. Die beiden Teekammern werden mit einem aufwändige geformten Deckel abgedeckt. Tolle Farbe und Zustand. Hat kein Schloss. Die Teepreise zum Ende des 19. JH waren schon so, dass man ihn nicht mehr wegschließen musste.

895 €



vermutlich Niederlande um 1800

20 cm breit, 12 cm tief und 14 cm hoch (o. Griff)

Wohl einmalige Marketerie-Arbeit mit Original-Messingbeschlägen / Griff / Füßen.

Aufgrund der vielen handwerklichen Details - vom gerundeten Deckel über sehr aufwändige Kanten bis zu den verschiedenen Motiven (Portrait, Blumen, Spieltisch u.s.w) vermute ich, dass es sich um eine bestbenotete Meisterarbeit handelt.

1250 €



England um 1820   Rosewood

40 cm breit, 26 cm tief und 21 cm hoch.

Diese gewaltige Regency Teeschatulle aus massivem geschnitzten Rosenholz (Palisander) ist perfekt für jedes Herrenzimmer. Unglaubliche Präsenz! Mit funktionierendem Schloss und Schlüssel.

1995 €



England um 1760   Mahagoni

26 cm breit, 15 cm tief und 18 cm hoch.

In der nur für wenige Jahre üblichen aufwändigen Bombe-Form mit gewölbten Seiten. Mit den Original-Zinnbehältern. Mit den Einlegearbeiten und Zierleisten besonders edel. Sogar der Schlüssel ist dabei, allerdings braucht man ein Zauberwort um ihn im Schloss zu drehen. Und das ist mir entfallen ... Museumsstück!

1995 €



England um 1750   Mahagoni

30 cm breit, 17 cm tief und 18 cm hoch.

Ein sehr frühes großes Prachtstück mit wunderbarer Farbe. Wie aus dem Musterkatalog von Chippendale! Steht auf den originalen Bronzefüssen. Rococo-Beschlag und - Griff. Solche Exponate finden sich nur in den besten Sammlungen.

2500 €



Während bei den Stücken aus der Mitte des 18. Jahrhunderts sicher die antike Ausstrahlung am größten ist, kommen die prachtvollsten tea chests eindeutig aus dem Regency, also der Zeit um 1820 herum.

Hier 2 extrem gute Vertreter dieser Zunft aus den edelsten Hölzern:


England um 1830   Coromandel

34 cm breit, 18 cm tief und 20 cm hoch.

Diese wahrscheinlich einmalige, große Teetruhe ist aus wertvollem Ebenholz mit geschnitzten Applikationen und wird der Werkstatt von Thomas + George Sedan zugeordnet. Sie waren ab 1832 Königliche Hoflieferanten und haben u.a. Windsor Castle mit Möbeln ausgestattet. Mit Schlüssel und funktionierendem Schloss.

2750 €



England um 1815   Kingwood

35 cm breit, 19 cm tief und 25 cm hoch.

Diese wahrscheinlich einmalige, große Teetruhe ist aus wertvollem Kingwood mit feinen Messingeinlagen und -füßen und wird der Werkstatt von George Oakley zugeordnet, einem Hoflieferanten für Möbel aus der Bond Street in London. Mit Schlüssel und funktionierendem Schloss.

2950 €



Die Krönung sind edle Schatullen mit silbernen Teedosen. Diese Art wird shagreen genannt und wurde bezogen mit Haut (Leder) vom Haifisch (feiner) oder Stachelrochen (gröber). 

Teedosen von Samuel Taylor, London 1753 

in shagreen tea chest.

Diese hier ist besonders edel mit den massiven Silberbeschlägen mit Punzen für Frederick Brasted, London 1877. Die Schatulle selbst ist nach meiner Einschätzung aus der Mitte des 18. JH und wurde von Brasted noch mal veredelt. Mit Schloss und funktionierendem Schlüssel. 32 cm breit, 13 cm tief und 18 cm hoch. Extrem selten!


Der Inhalt besteht aus 2 Teedosen und einer Zuckerdose. 

1753   Samuel Taylor   London

- Original-3er-Set in Top-Zustand. Teedosen jeweils 10 cm hoch. Zuckerdose 10 cm Durchmesser. Zusammen 666 Gramm.

- Alle Teile ordnungsgemäß gepunzt an Körper, Boden und Deckel.


- Identifiziertes Wappen jeweils auf Vorderseite und crest auf Deckel

 Auszug aus dem Certificate of Identification (wird mitgeliefert) 

These armorial bearings undoubtedly commemorate the marriage of William Burrell Massingberd (baptised 5th May 1719 died 18th August 1802), of Ormsby Hall, South Ormsby, near Louth in the County of Lincolnshire and Anne Tancred Dobson (born circa 1722 died July 1759). William and Anne were married on the 26th August 1746 at the Parish Church of All Hallows, Tillington in the County of Sussex ... William succeeded to the family seat of Ormsby Hall and other estates on the death of his father in 1728 whilst a young child. He rebuilt Ormsby Hall in the Georgian style in the 1750´s and went on to serve as High Sheriff of Linconshire for the year 1745. William and Anne`s marriage produced six children, two sons and five daughters.

Die Familiensitze der Massingberds, Ormsby Hall und Gunby Estate, befinden sich heute im National Trust und können besichtigt werden. Die Ahnentafel mit dem Wappen hängt in der South Ormsby Church.

12500 €



Demnächst hier: 

1702   Simon Pantin   London

 11,5 cm hoch. Zusammen 638 Gramm.

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das älteste erhaltene Paar silberne Teedosen aus England.

In silberbeschlagener shaggreen-Schatulle (mehr Fotos folgen)

12750 €