"Inselstimmung" durch Gemälde

Kaum etwas ist subjektiver als die Beurteilung von Gemälden. Da hilft die Einstellung, mit der ich auch schon an Silber und Holz rangegangen bin:

"Es gibt nur 2 Sorten Wein auf der Welt. Wein der mir schmeckt. Und Wein, der mir nicht schmeckt."

Ich kaufe Bilder nicht nach dem Namen des Künstlers, sondern nur, wenn sie mir gefallen. Und in gutem Zustand sind. Punkt. Na gut, zugegeben, meiner Frau sollten sie auch gefallen.

Ich gucke auch nicht "wie wird der Maler denn gerade so gehandelt". Das ist sowieso alles nur eine Momentaufnahme. Und von praktisch jedem Maler gibt es Bilder von (ganz wenig Geld) ... bis (ganz viel). Künstler haben auch gute und bessere Tage. Deshalb mag man vielleicht 2 Bilder von einem Maler sehr und findet gleichzeitig Dutzende, bei denen man denkt "na ja ..."
Wenn Sie also einfach nur handwerklich anspruchsvolle Bilder aus dem 19. und frühen 20. JH zu angemessenen Preisen suchen, dann werden Sie hier vielleicht fündig.

Wir mögen typische Landschaften und Szenen aus England / Wales / Schottland und Irland.

Vor allem aber "Heile Welt". Kritisches oder Probleme kommen bei uns nicht an die Wand!

Wir hängen Bilder auf. Und wieder ab. Haben welche für Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Und Ganzjahresbilder. Und natürlich mehr, als wir brauchen. Weshalb hier immer wieder welche verkauft werden.

Das Motiv ist Geschmacksache. Das Rahmendesign auch. Die Größe gibt der Hängeort vor.

Aber bei Zustand und Qualität gibt es nichts zu diskutieren, die muss stimmen.

Eine Diskussion über die künstlerische Qualität eines Gemäldes ist sowieso ermüdend.

Ein schönes Beispiel: 
1 x 1 m von einem Herrn Josef Albers aus Bottrop. Von 1966. Öl auf Masonit. Stellenweise mit Frühschwundrissen. 676000 Euro bei Lempertz im Dez 2016.

„Dank ihrer Bildaufteilung im Verhältnis 1:2:3 bleiben die Homages mit den Füßen auf dem Boden, während sie mit den Köpfen in den Himmel reichen. Das zentrale oder erste Quadrat ist wie ein Samenkorn: das Herz der Dinge, das Innerste, aus dem alles weitere herausstrahlt. Die Segmente unterhalb dieses Quadrats, die Teile von zwei oder drei größeren, nach außen strebenden Quadraten sind, verdoppeln nach rechts und links ihre Breite und verdreifachen sie nach oben hin. Bei einer Bildaufteilung mit vier Quadraten zum Beispiel, die zehn Maßeinheiten hoch und zehn breit ist, beträgt die Breite des mittleren Quadrates vier Maßeinheiten, während jedes der äußeren Quadrate auf der Unterseite eine halbe Einheit, rechts und links eine Einheit und an der Oberseite anderthalb Einheiten mißt.“

Fazit: Ja ... nee ... is klar.

Für mich gibt es aber schon ein paar Kriterien. Ich persönlich bevorzuge z.B. Menschen mit Gesichtern. Die Impressionisten machen es sich für meinen Geschmack da oft ein bisschen zu einfach.

Ich mag es auch, wenn Bilder "zu Ende" gemalt werden. Wenn man auf dem Haus in der 2. Reihe auch noch die Dachziegel einzeln erkennen kann. Und wenn Himmel und Landschaft im Hintergrund noch Struktur haben. Dort also nicht nur der Pinsel sauber gemacht wurde.

Nun muss ich noch ein bisschen technisch werden:

Der Zustand!

Es ist kein Problem, ein schönes Aquarell für wenige hundert € zu finden.

(Und werden Sie erst einmal misstrauisch, wenn auch für perfekte Spitzenstücke mehr als 3500 € verlangt werden.)

Jetzt kommt aber erst einmal die Suche nach 

  • der Farbe (ausgeblichen /faded). Als erstes geht das Blau. Nur ganz wenige alte Aquarelle haben noch strahlende Farben.
  • den Verfärbungen (staining) und 
  • den Stockflecken (foxing).

Wobei man beim fading ein bisschen differenzieren muss, denn gerade die Maler, die im 18. JH ihr Handwerk erlernten, griffen auch gerne zu beigem Papier. Kann sehr reizvoll sein und dann fällt der Verlust von Farben manchmal kaum auf.


Von den in Auktionshäusern, auf ebay und auf Antikmärkten angebotenen englischen Aquarellen sind nach meinen Kriterien mind. 2/3 Schrott aufgrund der Beschädigungen oder wegen zu starkem Verlust der Farbe. (Das Blau geht zuerst). Vom verbleibenden Drittel sind die meisten in einem Zustand, der eine teure fachmännische Restaurierung erfordert. Dabei ist das Hauptproblem, überhaupt einen der wenigen Restaurateure dazu zu bekommen, den Auftrag anzunehmen. Die sind fest in der Hand der Profi-Händler und ausgebucht bis zum Stehkragen. Außerdem endet ihre Berufsbezeichnung nicht umsonst mit -teure.

Eine weitere Frage: Sind alle Gewitterfliegen entfernt? Klingt lustig? Alte Aquarelle ohne Gewitterfliegen unter dem Glas sind die Ausnahme! Mal einzelne, mal ganze Völker. Und eine bleibt irgendwie immer ...

Ein Ölgemälde hat "nur" einen Rahmen. (Original? Restauriert? Neu?)
Ein Aquarell hat i.d.R.

  • ein Passepartout (mount):  Einfach? Doppelt? Mit Farbstreifen? Alt / sauber / neu?
  • eine Glasscheibe: Normalglas? Oder reflektionsarmes und UV-filterndes Museumsglas? (Kostet ca. 200 € pro qm mehr).
  • einen Rahmen: Einfach oder aufwändig? Original? Restauriert? Neu?

Gerade beim Rahmen sollte man sich klar machen, dass dieser zum Schutz des Bildes dient. Diesen Dienst hat er bei alten Bildern auch durchaus schon geleistet - und sich dabei so manche Macke eingefangen. Es ist ein ständiges Abwägen: Will ich den Original-Rahmen? Auf den Rückseiten finden sich oft Notizen und Infos zur Provenienz.

Lebe ich dann mit den Macken? Oder lasse ich den Rahmen restaurieren? Oder doch gleich das Bild neu rahmen?

Für einen neuen Rahmen kann durchaus sprechen, dass man damit das Bild aufwerten möchte. Abgestimmt aufeinander, macht ein guter Rahmen aus einem Gemälde meist "mehr". Wobei das Drumherum das Bild nicht "erschlagen" darf, sondern ihm - im wahrsten Sinne des Wortes - einen Rahmen geben soll.

Achten Sie auf säurefreies Passepartout / Rückwand und (gönnen Sie sich das unbedingt!) Reflexion- und UV-Licht minderndes Museumsglas.

Natürlich verdoppeln sich dadurch auch schon mal die Kosten des Bildes. Aber das ist es wert!

Gute Restaurateure können einiges korrigieren. Sowohl am Rahmen, auch als auch an den Bildern. Wie gesagt: GUTE Restaurateure. Profis mit Erfahrung. Keine Hobbybastler. Ob die Investition lohnt, ist jedesmal eine Einzelfallentscheidung.

Und ob Sie als Neukunde angenommen werden, liegt in der Entscheidung der überbuchten wenigen Profi-Restaurateure ... besser, man kennt jemanden, der einen kennt.

Bei Ölgemälden (auf Leinwand / Holz oder Pappe) sind die Beschädigungen meist eher mechanisch. Also Löcher und Risse in der Leinwand, abgeplatzte Farbe, Kratzer. Ist die Leinwand wellig, kann man sie meist durch den Spannrahmen wieder spannen. Auch die Reinigung von Ölbildern - also alte verdreckte Firnis entfernen und neue Firnis auftragen - bringt meist viel und kostet nicht die Welt. Auch hier gilt: FACHMANN!
Bitte beachten Sie bei Preisvergleichen, dass meine Bilder i.d.R. "wandfertig" sind. Also in Top-Zustand. Details stehen bei den jeweiligen Angeboten.

Eigentlich versteht es sich von selbst, aber besser, ich erwähne es noch einmal:
Bei mir bekommen Sie Originale. Keine Drucke (prints)!
Keine Kopien. Also keine "Original oil paintings" von "We-paint-your-picture" oder von Minh Thong Vu aus Quakenbrück.

Keine Bilder "in the manner of / im Stile von" oder "aus dem Umfeld von" oder "Van Gogh Nachfolger" u.ä.

Richtige Gemälde also!

Das Problem mit den Bildern von Bildern.

Wie macht man Photos von Bildern, die das Bild so wiedergeben, wie es ist? Und wie kriegt man die Reflexionen auf dem Glas weg?

Das ist wirklich schwierig! Die Reflektionen sind selbst bei Museumsglas kaum zu vermeiden. Der Trick ist die richtige Umgebung und ein Teleobjektiv für einige Entfernung bei den Aufnahmen. Bei normalem Glas hilft oft nur eine Aufnahme von der Seite.

Zur Größendarstellung versuche ich von jedem Bild eine perspektivische Aufnahme zu zeigen mit gleicher Staffelei auf gleichem Tisch.

Und bei welchem Licht fotografiert man? Kunstlicht (Neonlicht, Halogen, LED und richtige Glühbirnen) kommt für mich nicht in Frage. Die Bilder sind schließlich auch bei Tageslicht entstanden. Pralle Sonne kommt auch nicht in Frage, da hängen die Bilder zukünftig (hoffentlich) auch nicht. Und an den beiden folgenden Beispielen sehen Sie die Unterschiede, die schon bei indirektem Sonnenlicht (also entspanntem Tageslicht) entstehen, wenn die Sonne nur 2 Stunden weiter gewandert ist bzw. bei der Aufnahme der Winkel zum Bild verändert wird.

Soll heißen: Fotos geben die Farbwirkung eines Gemäldes praktisch nie 100%-ig wieder. Denn die Aufnahme ensteht nicht dort, wo es hinterher hängt.

Darüber hinaus bildet jeder Bildschirm die Bilder in anderen Farben ab.


Versand

Und dann ist da noch die Geschichte mit dem Versand. Ab einer gewissen Größe kann man Aquarelle mit Glascheibe im Rahmen nicht einfach mit der Post verschicken. Aber das besprechen wir, wenn es so weit kommt. Die Versandkosten gebe ich nur 1:1 weiter.

Die aktuell zum Verkauf stehenden Gemälde finden Sie in den Unterregistern.